Der Markt, die Kunden und das liebe Geld

Da habe ich neulich einen Beitrag gelesen, dass glaubwürdige Wissenschaftler von sieben bis acht Millionen Arbeitlosen ausgehen. Die Anzahl der davon Betroffenen und die Familienangehörigen dürfte weit höher sein. Wie man überhaupt von "Reformen" sprechen kann, bleibt mir ein Rätsel. Und dann noch die "Schwarzarbeitsdebatte", die eigentlich von den Problemen ablenken soll. Hier in Lauterbach gibt es zum Beispiel zur Zeit heftige Angriffe von SPD und Arbeiterwohlfahrt gegen angebliche "Schwarzarbeiterinnen und Schwarzarbeiter" im so genannten häuslichen Bereich. In diesem Zusammenhang scheuen sie die Sozialdemokraten des Vogelsbergkreises und die Arbeiterwohlfahrt nicht, Mitmenschen hier als "asozial" zu bezeichnen. In Wirklichkeit ist es so, und Verdi bestätigt dies, dass in den so genannten Pflegeeinrichtungen oder so genannten "Sozialzentren" Vollarbeitsplätze in 400.-- Euro Jobs umgewandelt wurden. Nun kommen die Ein-Euro-Jobber hinzu. Das gefährdet die eigentlichen Arbeitsplätze. Wo gibt es übrigens einen Monopolanspruch, nach dem Motto: "Die Alten, die zu Pflegenden gehören mir"? Der angehende Landrat der SPD im Vogelsbergkreis sollte sich schämen. Zur Taktik der "Arbeiterwohlfahrt" gegen angebliche "Schwarzarbeiter" aus Polen und anderen "Ostblockstaaten" ist zu sagen: Wenn sie nicht willens und fähig sind, ihre Einrichtung zu halten, dann bitte, Hartz IV lädt sie ein. Die vielen Pflegediensteinrichtungen, die auch hier aus dem Boden geschossen sind, werben sich in einem gnadenlosen Wettkampf die "Kunden" gegenseitig ab. Als die Pflegeversicherung eingeführt wurde, witterten die Funktionäre von DRK bis Diakonie und Caritas, Arbeiterwohlfahrt u.a. das große Geschäft, auf Kosten der Versicherten. Die Frage ist doch, brauchen wir diese Pflegeinrichtungen, wenn man diese schon so bezeichnen muß, überhaupt? Meine Auffassung: NEIN!

Umsatzzahlen sinken nicht zuletzt, weil Kunden kein Geld haben und die Neukundengwinnung stagniert. Und im Bereich der Discounter und Handelketten wie Real, weil sie mit ihrer absurden Pfandpolitik für Einweggebinde Kunden abschrecken. Wer meint, er könne die Boykottierung oder Unterlaufung der Regelungen für Einweggebinde auf den Schultern der Verbraucher austragen, der wird halt seine Kunden verlieren. Der Handel lebt von der Flexibilität und von Inovation. Im Falle der Pfandsysteme ohrfeigt sich der Handel, indem er seine Kunden mit Tausenden Systemen schikaniert.